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Irina Brucks von apesta: Im Einsatz gegen Schädlinge

Bettwanzen, Kakerlaken, Ratten: Was bei vielen von uns Ekelgefühle hervorruft und bei manchem sogar einen spitzen Schrei ­auslöst, bringt Irina Brucks nicht aus der Ruhe. Selbstbeherrschung und Abgeklärtheit sind ihrer Expertise geschuldet. Sie ist Schädlings­bekämpferin – und weiß, wie man ungebetene Gäste, die sich in Haus, Garten oder anderswo breitmachen, loswird.

Herausfinden, mit welchen Schädlingen sie es zu tun hat, dem Grund des Befalls auf die Spur kommen und aus einer ganzen Palette von Gegenmitteln das richtige auswählen: Das ist der Job von Irina Brucks, die ihr Unternehmen apesta mit Stammsitz in Goslar und zweitem Standort in Wolfsburg im vergangenen Mai gegründet hat.

Monitoring ist wichtig

Nicht nur die Bekämpfung, sondern auch die Prävention gehört zu ihrem Angebot, das sich an Privatleute, Kommunen und Unternehmen, etwa aus Hotellerie und Gastronomie, richtet. »Mit dem geeigneten Monitoring bleibt man vom Schädlingsbefall verschont. Und davon, dass sich die Population womöglich sogar explosionsartig

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vermehrt«, betont Brucks.
Wenn ihr Mobiltelefon läutet und der Kunde seine Notlage schildert, dann dreht die sich in den Sommermonaten häufig um Wespen. Um große Nester, die über der Eingangstür, unter den Dachpfannen oder in der Hausdämmung Platz gefunden haben. »Auch Schaben und Bettwanzen sind immer ein großes Thema«, sagt die Schädlingsbekämpferin.

Ökologische Mittel ­bevorzugt

Schnell, einfach, effizient: Mit dem Einsatz von Chemie könne man den meisten Schädlingen den Garaus machen. »Allerdings ist das nicht der Weg, den ich favorisiere. Lieber rücke ich ihnen mit ökologischen Mitteln zu Leibe.« Etwa mit dem Heißdampfgerät, das Insekten mit hohen Temperaturen aus der Welt schafft; und mit Kieselgur, das hauptsächlich aus Algen besteht und beispielsweise gegen Silberfische und Kellerasseln wirkt. »Was kann ich tun, um den Menschen und seine Umwelt nicht zu belasten? Das ist die Frage, die ich mir stelle.«

Diskretion muss sein

Verschwiegenheit spielt eine wesentliche Rolle in ihrer Branche, erzählt sie. Wer will schon gerne mit Ungeziefer in Verbindung gebracht werden? Mit Mäusen, die Krankheiten übertragen, oder Schaben, die Lebensmittel verunreinigen. »Der Schädlingsbefall ist eine sensible Angelegenheit. Diskretion ist deswegen wichtig.«

In der Schädlingsbekämpfung sind kurze Reaktionszeiten gut fürs Geschäft. Nicht nur, dass Irina Brucks in der Regel wenig Zeit verstreichen lässt, bis sie an ihrem Einsatzort eintrifft. In vielen Fällen kann sie das Ungeziefer auch umgehend aus dem Weg räumen. Zu ihrer Ausrüstung zählen Sprühgeräte für die Spritzmittel; ein Trockennebelautomat, der ganze Räume desinfiziert, und bei Bedarf auch ein Hubsteiger, um Dächer erreichen zu können.

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Die Vergrämung als ­Alternative

Bekämpfung ist die eine Lösung, Vergrämung – also das Vertreiben auf Dauer – die andere. Etwa beim Marder, »der im Harz ein großes Problem ist«, sagt Irina Brucks. Besonders in Herbst und Winter, wenn es kälter und sein Nahrungsangebot knapper wird, sucht er die Nähe des Menschen und macht den Dachboden zu seinem Quartier.

Die 50-Jährige hat zwei Möglichkeiten in ihrem Repertoire, um das kleine Raubtier aus seinem Winterrevier zu verscheuchen. ­Entweder greift sie zu einem Pulver mit Duftstoffen, die der Marder nicht leiden kann. »Oder ich fange ihn mit einer Falle, um ihn dann 70 bis 80 Kilometer entfernt wieder auszusetzen.«

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Zeit für eine neue ­Aufgabe

Gut, dass Irina Brucks Architektin ist und in dieser Branche fast 25 Jahre Berufserfahrung hat. Sie kennt sich aus mit der Konstruktion von Häusern, entdeckt Einstiegslöcher schneller als andere und weiß, wie man sie am besten ­schließen kann.

Warum sie ihren alten Beruf aufgegeben hat? »Weil es Zeit für etwas Neues war. Und weil ich die Vorzüge der Selbstständigkeit zu schätzen weiß«, sagt die IHK-geprüfte Schädlings­bekämpferin im Gesundheits- und Vorratsschutz. Auch im Bereich Holzschutz ist Irina Brucks Spezialistin – um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, wenn Holzwurm und Hausbock Möbel oder Haus befallen haben und wenn Pilze von ­Wänden und Böden entfernt werden müssen.

Wenn Irina Brucks das Problem gelöst hat, spürt sie bei ihrem Auftraggeber echte Dankbarkeit. »Menschen helfen zu können, ist ein schönes Gefühl.« Und doch, sagt sie lachend, muss sie sich bei der Verabschiedung häufig diesen Satz anhören: »Nicht, dass Sie das jetzt falsch verstehen – aber hoffentlich sehe ich Sie so schnell nicht wieder.«